Unser Ehrenamtsprojekt 2018-2020

Die große Ehrenamtsfrage – wie ist diese Herausforderung zu lösen?

Die Bereitschaft ist vorhanden, doch trotzdem sinkt die Zahl der Menschen, die sich engagieren. Was führt zu dieser widersprüchlichen Erkenntnis und welche Erkenntnisse brauchen wir noch, um diese Frage zu beantworten?

Den Startschuss für dieses neue „Ehrenamtsprojekt“ lieferte ein erster Engagement-Quick-Check des Landessportbundes Niedersachsen im Februar. Damals wurde in einem kleineren Rahmen mit dem Vorstand und einigen Abteilungsvertretern die erste Bestandsaufnahme durchgeführt.
Aufgrund dieser Bestandsaufnahme entschied der Vorstand, das Thema weiterzuverfolgen und beauftragte den Geschäftsführer Pascal Grüne mit der Konzeption eines Projekts. Dieses Konzept überzeugte den Landessportbund und die Lotto-Sport-Stiftung Niedersachsen, so dass der TSV Otterndorf seit Sommer Fördergelder für dessen Umsetzung erhält. Eine erste Maßnahme war die Einstellung einer projektmittelfinanzierten Freiwilligendienstlerin, die sich schwerpunktmäßig um das Thema „neues Ehrenamt im TSV Otterndorf“ kümmert.

Erster Erfolg – „Engagementworkshop“ mit hoher Teilnehmerzahl
Am 24. November 2018 von 9.00 bis 13.00 Uhr veranstaltete der TSV Otterndorf einen Workshop für ehrenamtlich engagierte Mitglieder im Clubhaus der vereinseigenen Tennisabteilung. Insgesamt nahmen knapp 40 Engagierte teil, die sich mit dieser interessanten Leitfrage auseinandersetzten und Wege zur Förderung des Ehrenamts finden wollten.
Die deutlich höhere Teilnehmerzahl beim Folgeworkshop im November ist demzufolge auch auf die vereinsinterne Werbung und das Engagement der Freiwilligendiestlerin im Sport, Leoni Müller, zurückzuführen, die zusammen mit dem Geschäftsführer des TSV Otterndorf, Pascal Grüne, diesen Workshop organisierte.
Die beiden Workshops, die einen Teil des gesamten Beratungsprozesses bilden, wurden durch Engagementberater des Landessportbundes Niedersachsen begleitet, die sich auf Vereinsberatung spezialisiert haben und Vereine bei der Freiwilligenarbeit und Koordination unterstützen.
Grundsätzliche Themen, die bei diesem Workshop im Rahmen von wechselnden Gruppenarbeiten bearbeitet wurden, waren die Zufriedenheit der ehrenamtlich Engagierten, zu denen u.a. Trainer, Abteilungsleiter, Vorstandsmitglieder und Eltern zählen und die notwendige Verbesserung der Ansprache, Kommunikation und Wertschätzung im Verein.
Des Weiteren wurde die Frage nach günstigen Rahmenbedingungen für das Engagement und die (digitaWorkshoplisierte) Vernetzung der Abteilungen diskutiert. Es wurden Gruppenarbeiten zu den Themen Leuchtturmprojekte, Koordinierungsstelle für Freiwillige und Willkommenskultur durchgeführt. Ein anderer wichtiger Punkt ist die Nachwuchsförderung. Hierzu gab es einen Bericht von Leoni Müller über das neugegründete „J-Team“ des TSVs, eine Gruppe von Jugendlichen, die gemeinsam Projekte planen, veranstalten und den Verein mitgestalten wollen.
Zum Schluss der Veranstaltung gab es für alle Teilnehmer als Dankeschön ein gemeinsames Mittagessen, bei dem fleißig weiterdiskutiert wurde. Der Workshop bot also nicht nur die Möglichkeit zum persönlichen und abteilungsübergreifenden Austausch, sondern auch zur Äußerung von Wünschen und Motiven und Sammeln von Ideen und Visionen.

Ein Fazit dieses Vormittages zu ziehen wäre möglich, aber nicht gewollt, denn einen Schlussstrich soll es noch lange nicht geben. Ehrenamt wird heutzutage nicht mehr so gelebt wie vor ein paar Jahren. Deshalb wird es, nach Rücksprache mit den Beratern, wahrscheinlich noch vor der Jahreshauptversammlung des Vereins einen weiteren Folgeworkshop geben.

Der TSV Otterndorf dankt den Teilnehmern und Teilnehmerinnen für ihr Engagement, ihre Mitarbeit und ihrer Beteiligung. Wenn Sie Interesse haben, bei diesem Thema mitzuwirken, Ehrenamt zu fördern und Ihnen die Zukunft des größten Sportvereins im Landkreis Cuxhaven am Herzen liegt, nehmt gerne Teil und diskutiert beim nächsten Workshop mit!

Workshopgruppe

Bilder des Workshops

Workshop


Das detaillierte Konzept des Ehrenamtsprojekts gibt es HIER.

Das Protokoll des Workshops findet ihr HIER.

Weiterer Erfolg: „Engagement-Workshop“ mit beeindruckenden Ergebnissen

Engagement-WorkshopAm Samstag, den 9. März 2019, veranstaltete der TSV Otterndorf in der Stadtscheune den insgesamt dritten Workshop auf dem Weg zur Stärkung und Förderung des Ehrenamts in Otterndorf. Eine Teilnehmergruppe aus 16 ehrenamtlich Engagierten setzte sich erneut mit der Leitfrage – „Wie kann der TSV auch zukünftig seine ehrenamtlichen Strukturen behaupten?“ - auseinander und diskutierte fünf Stunden rund um das Thema Ehrenamt.

Bereits im November vergangen Jahres beschäftigte sich der TSV mit diesem sehr wichtigen Thema. Knapp 40 Interessierte folgten damals dem Ruf nach Mitarbeit und nahmen an der Diskussion teil.

Beim dritten Workshop beteiligten sich sowohl langjährige Ehrenämtler, Eltern, Trainer, Vorstandsmitglieder, junge Engagierte des neugegründeten J-Teams, als auch der Bürgermeister der Stadt Otterndorf, Thomas Bullwinkel.

Gerade diese generationsübergreifende Mitarbeit förderte die Qualität der Workshop-Ergebnisse zu den Themenschwerpunkten „Anerkennung und Wertschätzung“, „Wünsche der Engagierten“ sowie neue Wege zur „Gewinnung und Ansprache von Freiwilligen“.

Der große Unterschied zum vorherigen Workshop war, neben den Inhalten, auch die komplett eigenständige Planung und Leitung des Vormittags. Diesmal führten keine Berater des Landessportbundes, sondern der Geschäftsführer Pascal Grüne und die Freiwilligendienstlerin Leoni Müller die Teilnehmer durch die Veranstaltung.

Zu Beginn des Workshops wurde ein ausführliches Kennenlernspiel durchgeführt, bei dem die Teilnehmer eine andere Person vorstellen mussten. Es herrschten von Anfang an eine lockere Arbeitsatmosphäre und ein toller Gruppenzusammenhalt. Pascal und Leoni stellten daraufhin in einem kurzen Vortrag die bisherigen Fortschritte und wichtigsten Fakten des TSV-Projekts vor.

Engagement-WorkshopIm nächsten Schritt füllten die Engagierten in Zweier-Teams vorbereitete Fragebögen aus. Im Rahmen dieses „Wunschkonzertes“ ging es speziell um die Wünsche der Engagierten an den TSV und das für sie optimale, ehrenamtliche Engagement. Zum Abschluss des Interviews lagen kleine Legosteine in verschiedenen Farben bereit und jeder Teilnehmer sollte einen kleinen Turm bauen. Die blauen und roten Steine symbolisierten das, was die Engagierten in den TSV einbringen, also die Geben-Seite. Die gelben und grünen Steine visualisierten die „Gegenleistung“ des Vereins, also die Nehmen-Seite.

Am Ende entstanden zwei große Türme, die das Verhältnis von „Geben“ und „Nehmen“ im TSV, in der Wahrnehmung der Anwesenden, aufzeigten (siehe Gruppenfoto).

Es ist unstrittig, dass eine Balance zwischen beiden Seiten existieren muss. Einerseits kann das Gefühl, mehr zu geben als Anerkennung zu bekommen, langfristig frustrierend auf Engagierte wirken. Andererseits soll die Anerkennungskultur im Verein so gestrickt sein, dass sich Engagierte gerne einbringen möchten.

Die großen Rahmenthemen des Tages „Anerkennung“ und „Gewinnung“ behandelten die Teilnehmer in wechselnden Gruppenarbeiten und sammelten bei einem lockeren Spielchen, einem sogenannten „Energizer“, wieder Kraft für weitere Ideen.

Der Workshop führte insgesamt zu sehr aufschlussreichen Ergebnissen und Diskussionen, die dabei helfen sollen, weitere Maßnahmen für das Ehrenamtsprojekt abzuleiten.

Eine Erkenntnis des Tages ist die notwendige Überarbeitung und Modernisierung der aktuellen Ehrenordnung. Diese ist fast nur auf sportliche Erfolge ausgerichtet. Das Thema ehrenamtliches Engagement soll diese Ordnung ergänzen und festlegen, wer für seinen Verdienst im TSV ehrungswürdig ist.

Weitere Aspekte waren die Verbesserung der abteilungsübergreifenden Kommunikation und die Zusammenarbeit mit Engagement-Workshopder Geschäftsstelle. Auch hier gibt es noch Potenziale, die aktuell nicht ausgeschöpft werden. Der TSV versucht das Engagementangebot mithilfe der aktuellen Amtsträger transparenter zu gestalten und Mitglieder über die Aufgabenbereiche zu informieren. Hierfür werden Aufgabenbeschreibungen aller Vorstandstätigkeiten angefertigt.

Alles in Einem war auch der dritte Engagementworkshop ein voller Erfolg. Es gab durchweg positives Feedback der Teilnehmer. Sie waren am Ende voller Tatendrang und hatten viele gute Einfälle.

Zum Abschluss der Veranstaltung gab es als Dankeschön für die investierte Zeit und Arbeit wieder ein gemeinsames Mittagessen. Auch hier kamen das Wir- und Gemeinschaftsgefühl sowie das Ziel eines gemeinsamen und abteilungsübergreifenden Austausches nicht zu kurz.

Der TSV Otterndorf plant auch zukünftig Workshops, um den persönlichen, sowie fachlichen Austausch zu fördern und bedankt sich bei allen Teilnehmern für den spannenden Vormittag, die eingebrachte Zeit und das Engagement.

Die Fotodokumentation des Workshops findet ihr HIER.

Engagement-Workshop | Gruppenfoto

Weiterer Erfolg: „Engagementfreundlicher Verein“

Auch dieses Mal sollte der Workshop einige neue Projektgruppen hervorbringen. Verschiedene Engagierte trafen sich, um beispielsweise das Thema Wertschätzung zu bearbeiten. Diese Gruppe befasste sich hauptsächlich mit der Neufassung einer zeitgemäßen Ehrenordnung, welche im Herbst formell durch die Vorstandsgremien verabschiedet wurde. Damit der Austausch zwischen den Abteilungen des Vereins angeregt wird, wurde von der Trendsportabteilung ein kleines Minigolfturnier in der Stadthalle organisiert. Die gut 20 Teilnehmer ließen die Veranstaltung bei einer gemeinsamen Pizza ausklingen.


Der der TSV Otterndorf wurde im Sommer 2019 als „engagementfreundlicher Verein“ in Gold ausgezeichnet.Dass das Projekt schon über die Grenzen Otterndorfs bekannt geworden ist, zeigte die Einladung von Pascal als Gastreferent bei einem Freiwilligenmanagement Seminar zum Thema „Gute Praxis im Verein“, bei dem er den positiven Verlauf des Projektes vorstellte.

In den nächsten Monaten wurden drei umfassende Konzepte erstellt, die sich inhaltlich auf den Workshop im März bezogen. Eins befasste sich mit der Wertschätzungskultur, ein weiteres mit der Gewinnung und Bindung von Engagierten und das letztes mit der Verbesserung der internen Kommunikation. Die Verschriftlichung der Konzepte und die dazu gehörigen Nachweise waren dann ein Grund dafür, dass der TSV Otterndorf im Sommer 2019 als „engagementfreundlicher Verein“ in Gold ausgezeichnet wurde. Diese Auszeichnung des LSB Niedersachsen brachte dem TSV ein Preisgeld in Höhe von 1.500€ Elke Schellenbach und Pascal Grüne bei der Scheckübergabe durch den Kreissportbund.


Zum 1. August 2019 wurde dann der „Staffelstab“ von Leoni Müller an Bjarne Offermann übergeben.Zum 1. August 2019 wurde dann der „Staffelstab“ von Leoni Müller an Bjarne Offermann übergeben und er übernahm den Platz des FSJlers. Die im Spätsommer stattfindenden Großveranstaltungen, Küstenmarathon und der Triathlon waren die perfekte Möglichkeit für einen Testlauf der neuen Helferdatenbank (Helferpool). Die gesuchten Positionen konnten rechtzeitig besetzt werden. Damit empfahl sich der Helferpool als langfristiges Hilfsmittel für Veranstaltungen und die allgemeine Gewinnung von freiwilligen Helfern. Zum Ende des Jahres war es Zeit, die gewünschte Wertschätzungskultur in die Tat umzusetzen und öfters Danke zu sagen. Anfang Dezember wurde Vera Claus im Zuge der Kampagne „Ehrenamt überrascht“, natürlich ohne Vorahnung, für ihr Engagement im TSV Otterndorf geehrt.
Auch bei den Mitgliedern des Helferpools wurde sich kurz vor Weihnachten für ihr Engagement im vergangenen Jahr bedankt. Im Zuge der Dankeschön-Aktion bekamen die Freiwilligen neben einem Schreiben auch eine Eintrittskarte für die Sole-Therme in Otterndorf.

Die Abteilungsvorstände, die sich das ganze Jahr um die Belange der Abteilungen kümmern, wurden im Januar 2020 zu Gesamtverein einer Boßeltour mit anschließenden Grünkohlessen eingeladen. Der Vorstand stellte dabei die Wertschätzung für die Arbeit in den Abteilungen heraus und freut sich auf die vielen Projekte im Jahr 2020.
Im Frühjahr 2020 starteten dann die Vorbereitungen auf die letzten Aufgaben im Projektzeitraum. Geplant sind der Relaunch der Internetseite und die Durchführung einer Ehrungsveranstaltung mit anschließender Projektabschlussfeier. Diese Vorbereitungen wurden nun leider durch das Corona-Virus auf Eis gelegt. Das Gute ist aber, dass der Zeitraum der Förderung durch die Fördermittelgeber verlängert worden ist und auch nach dem eigentlichen Ablauf des Projektes Förderungen beansprucht werden können. Zu betonen ist außerdem noch, dass auch nach dem formellen Abschluss des Projekts weiter in dem Bereich Ehrenamt gearbeitet wird, da dies eine der wichtigsten Stützen des Vereins ist. Der TSV wird sich getreu seinem Leitbild auch weiterhin für gute Rahmenbedingungen für das Ehrenamt einsetzen und an der einen oder anderen Stellschraube drehen. Sicherlich wird sich das Tempo des Fortschritts ein wenig regulieren, da nun auch wieder andere Projekte in den Vordergrund rücken werden.

In der Corona-Zeit war das Arbeiten an dem Projekt nur erschwert möglich. Unseren Planungen wurde ein Strich durch die Rechnung gemacht und wir haben Themen bearbeitet, die in den letzten beiden Jahren auf der Strecke geblieben sind. Beispielsweise haben wir eine Umfrage für alle Übungsleiter gemacht, um dort ein Stimmungsbild einzuholen und durch die dort genannten Wünsche dieses möglicherweise zu verbessern.

Wie eingangs erwähnt ist nicht alles so gekommen, wie es geplant war. Da der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind, warten noch viele Ideen auf ihre Umsetzung. Manches ließ sich noch nicht anpacken, oder war noch nicht an der Reihe. Wir hatten beispielsweise überlegt ein Mentoring- Programm für angehende Co-Trainer oder Trainerassistenten aufzubauen, damit diese von erfahrenen Trainern lernen konnten. Diese unvollendeten Ideen liegen jetzt bei uns in den Schubladen und warten auf den richtigen Moment. Das bedeutet nicht, dass das Projekt deswegen unvollständig oder schlechter war. Ganz im Gegenteil! Im Verlauf der beiden Jahre sind so viele großartige und neue Ideen entstanden, die wir Mitte 2018 noch gar nicht auf der Agenda hatten.

An dieser Stelle auch noch einmal ein großes Dankeschön an die vielen Unterstützer, die das Projekt zu einem solchen Erfolg gemacht haben und dazu beigetragen haben, dass der TSV beim Thema Ehrenamt ein gutes Stück weitergekommen ist.