Otterndorfer Leichtathleten mit guten Leistungen bei der Landesmeisterschaft; 30.06. u.01.07.2012

Bei der Landesmeisterschaft der Leichtathleten der Altersklassen U 20 und U 16 in Celle zeigten die Leichtathleten des TSV Otterndorfer gute Leistungen und bewiesen, dass sie in Niedersachsen mit zur Spitze zählen.

Erstmalig bei Landesmeisterschaften starteten Niklas Schwanemann und Steffen Kopf.
Beide gingen in der Altersklasse M 14 über 800 m an den Start. Für Steffen Kopf eine besondere Herausforderung, denn er gehört noch der Altersklasse M 13 an. Steffen zeigte ein gutes Rennen, insgesamt belegte er zwar nur Platz 17, steigerte aber seine persönliche Bestleistung auf 2:21,92 Min.

Niklas Schwanemann musste im schnelleren Zeitlauf antreten, dort wurde vom Start weg ein sehr schnelles Tempo gelaufen, was Niklas zunächst versuchte mitzugehen. Er ging die erste Runde in etwa 60 Sekunden an, was sich als zu schnell für ihn herausstellte. So konnte er in der zweiten Runde dem schnellen Tempo nicht mehr ganz folgen, belegte aber in der guten Zeit von 2:13,31 Min. einen hervorragenden 7. Platz.

Für das Quartett Johanna Burgmann, Ann-Kathrin Kopf, Helene Eulenstein und Elisabeth Kirschke war bei der 4 mal 100 m Staffel der weiblichen U 20 das Ziel klar: mit einer Zeit schneller als bei den Bezirksmeisterschaften sollte der bei der Landesmeisterschaft U 18 durch einen Wechselfehler entgangene Platz auf dem Treppchen erreicht werden. Die Wechsel klappten diesmal sehr sicher und schnell und in einem spannenden Finish auf der Zielgeraden musste sich Schlussläuferin Elisabeth Kirschke nur um eine Hundertstel hinter der viertplatzierten Staffel geschlagen geben. Mit einem sehr guten 5. Platz, sowie der deutlich gesteigerten neuen Bestzeit von 50,64 Sek. wurde der Einsatz belohnt.

Martina Müller

Barcelona war eine Reise wert! (4x400m-Staffel am 14.+15.7.)

Maßarbeit der deutschen Staffel: Als Fünfte des zweiten Halbfinals zogen die Staffel-Damen in 3:37,90 Minuten über die Zeit ins Finale ein. Maike Schachtschneider (ART Düsseldorf), einzige Einzelstarterin des Quartetts, machte als Startläuferin einen guten Job.

Sie konnte sich auf der Zielgeraden wieder an die Startläuferin Jamaikas herankämpfen, die auf den ersten 200 Metern vorangeprescht war. Lea-Madlen Meyer (LG Nordheide) übernahm den Staffelstab von der Düsseldorferin und übergab ihn an aussichtsreicher Position vier an Ann-Kathrin Kopf (TSV Otterndorf). Die mit 16 Jahren Jüngste im Quartett musste eine Athletin vorbeiziehen lassen, absolvierte aber eine starke Zielgerade, und Anna-Sophie Bellerich (SC Rönnau 74) sicherte der Staffel als Schlussläuferin die Zeit, die für den Finaleinzug reichte.
„Ich war vorher total nervös“, sagte Lea-Madlen Meyer nach ihrem ersten Auftritt bei einer internationalen Meisterschaft. „Und dann war auf einmal alles so schnell vorbei!“ Die Erfahrenste im Quartett Maike Schachtschneider hatte lobende Worte für ihre Mitstreiterinnen: „Die Mädels haben das alle sehr gut gemacht!“ Im Finale ersetzte 800-Meter-Läuferin Sonja Mosler (TV Herkenrath) Ann-Kathrin Kopf.
Auch im Finale am 15.7. konnte das deutsche Quartett überzeugen und holte sich den 5.Platz in neuer Saisonbestzeit von 3:37,23 min.

Ann-Kathrin Kopf holt Bronze bei Deutscher Jugendmeisterschaft

An den deutschen Jugendmeisterschaften der Leichtathletik, die vom 20. bis 22.7. im Grenzlandstadion in Mönchengladbach ausgetragen wurden, nahmen auch zwei Athleten des TSV Otterndorf teil. Dabei ging Ann-Kathrin Kopf in der Altersklasse U 18 über 400m und 200m an den Start, Sean Hahnefeldt über 1500m in der U 20.

Sean Hahnefeldt lief im Vorlauf über 1500m die ersten 1000m gut im Feld mit, konnte sich jedoch nicht für den Endlauf qualifizieren.

Mit der drittschnellsten Meldezeit wurde Ann-Kathrin Kopf in ihrem Vorlauf „gesetzt“, d. h. die stärksten Läuferinnen treffen nicht schon im Vorlauf aufeinander. Sie ging das Rennen trotzdem schnell an, hatte nach 200m die Kurvenvorgaben aller vor ihr laufenden Starterinnen eingeholt und konnte auf der Zielgeraden als sichere Siegerin des Laufes bereits “einen Gang herausnehmen“ und sich für das Finale am Samstag qualifizieren. Dort traf sie dann auf die beiden schnellsten Läuferinnen ihrer Altersklasse.

In einem spannenden Rennen setzte sich erwartungsgemäß Anna-Sophie Bellerich mit 54,65 Sek. durch. Hinter der überraschend starken Alexandra Selzer erlief sich Ann-Kathrin Kopf einen sehr guten dritten Platz in neuer persönlicher Bestzeit von 55,14 Sek. und erkämpfte sich damit die Bronzemedaille.

Im 200m- Vorlauf erreichte Ann-Kathrin nach schwachem Start noch einen guten dritten Platz, mit der Zeit von 25,16 Sek. verpasste sie um sechs Hundertstel das A-Finale. Im B-Finale siegte sie dann mit 25,21 Sek.

„An zwei Tagen hintereinander ein 400m-Rennen zu bestreiten ist schon sehr hart. Ann-Kathrin hat das hervorragend gemeistert und mit einer Bestleistung gezeigt, dass sie zum richtigen Zeitpunkt topfit war,“ freute sich ihre Trainerin Martina Müller. „Ein dritter Platz bei der deutschen Meisterschaft ist einfach toll!“

Die absolute Hammersaison

Da die Leichtathletiksaison 2012 zum großen Teil vorbei ist, möchte ich an dieser Stelle schon mal ein kleines Resümee wagen. Im Herbst werden wir noch an einigen Saisonausklangveranstaltungen teilnehmen, aber die Meisterschaften sind – bis auf die Deutsche Jugendmeisterschaft – vorbei. Dabei standen Athleten des TSV Otterndorf sechsmal als Regionsmeister, achtmal als Bezirksmeister und dreimal als Landesmeister ganz oben auf dem Treppchen.

Noch im Winter bekamen wir von Michael Totz von 11experts das Angebot, uns neue Trainingsanzüge zu spendieren. Hocherfreut sagten wir „Ja“, suchten Anzüge aus, probierten die Größen und bestellten. Sportartikelfirmen arbeiten auch nicht mehr so schnell, aber das Warten hat sich gelohnt: unsere Anzüge sind genau wie wir ganz vorne! Vielen Dank nochmal an Michael Totz.
Die Saison begannen wir sehr früh noch im April, wobei wir das kalte Wetter im Hinblick auf den frühen Zeitpunkt mit Humor nahmen. Wussten wir doch noch nicht, dass Regen und Temperaturen knapp im zweistelligen Bereich fast überall Standard sein würden.
Ein Wettkampfwochenende folgte auf das andere, die Leistungen steigerten sich in etwa proportional zu den Entfernungen zu den Wettkampforten. So fuhren wir innerhalb von zwei Wochen dreimal nach Bremen und einmal nach Verden. Im weiteren Verlauf hatten wir u.a. Zeven, Sottrum, Hannover, Schneverdingen, Celle und Rostock auf dem Programm.
Unsere beiden Jüngsten, entwickeln sich sehr erfreulich. Niklas Schwanemann (M 14) hatte im Herbst die richtige Entscheidung getroffen, mit Fußballspielen aufzuhören und sich ganz der Leichtathletik, d.h. dem Mittelstreckenlauf zu widmen. Sein außerordentlicher Trainingsfleiß wurde mit dem Bezirksmeistertitel über 800m, sowie dem 7. Platz bei der LM belohnt. Mit seiner Bestzeit von 2:12,94 Min. steht er in der Landesbestenliste derzeit ebenfalls auf Platz 7. Steffen Kopf (M 13) scheint ein ähnliches „Laufgen“ wie seine Schwester zu haben, als Bezirksmeister schaffte er die Quali für die LM M 14, bei der er mit 2:21,92 Min. Bestzeit lief und in Niedersachsen zur Zeit in M 13 auf Platz 5 liegt.
Die „großen“ Mittelstreckler sind bisher nicht ganz zufrieden. Dabei holte Sean Hahnefeldt zu Beginn den Landesmeistertitel über 5000m mit 16:01,34 Min., außerdem wurde er Bezirksmeister über 800m und 400m, wobei Sean mit 1:57,08 Min. über 800m nur knapp über seiner Bestleistung blieb. In Zeven schaffte er die Quali für die Deutsche Jugendmeisterschaft über 1500m in 4:03,40 Min. Ansonsten bremsten einige Erkältungen weitere gute Zeiten aus. Auch Sebastian Dierking musste vielleicht dem Abi-Stress und den anschließenden Feiern etwas Tribut zollen, ihm gelang in Zeven eine neue Bestzeit über 800m mit 2:04,20 Min.
Nach hoffnungsvollem Start mit neuer Bestweite von 12,43m im Dreisprung warf eine Dauererkältung Johan Geisler völlig aus dem Geschehen. Er hätte bei der LM um einen Platz auf dem Treppchen mitspringen können… zumindest ist er zurückgekehrt und stellte beim Sparkassenmeeting in Hannover mit 11,84 Sek. über 100m und 6,06 m im Weitsprung trotz erheblichen Trainingsrückstands zwei neue Bestleistungen auf.
Großen Trainingsfleiß zeichnet Marc Küster aus, allerdings kann er die Schnelligkeit aus dem Training noch nicht im Wettkampf umsetzen. Als Trainingspartner für Ann-Kathrin Kopf ist Marc allerdings nicht zu ersetzen!
Damit bin ich bei den „Mädels“, fünf sind es mittlerweile: Johanna Burgmann, Ann-Kathrin Kopf, Helene Eulenstein, Leonie Granitza, Elisabeth Kirschke. Als ich Anfang der Saison den Wunsch äußerte, mal mit einer Staffel bei der LM starten zu wollen, stieß ich auf ein ungläubiges Lächeln und Sätze wie: „Dafür sind wir viel zu schlecht“. Noch nicht mal zur Bezirksmeisterschaft wollten sie! Aber, Beharrlichkeit setzt sich durch und ein bisschen Autorität habe ich als Trainerin ja vielleicht auch. Meinen Worten „Bei der Bezirksmeisterschaft laufen nicht so viele Staffeln und da wird man dann aus Versehen Meister“, ließen die Mädels Taten folgen, traten an und holten den Titel (dabei traten insgesamt acht Staffeln an). Neueinsteigerín Elisabeth Kirschke lieferte einen tollen Lauf als Schlussläuferin ab. Ihr Kommentar dazu: „Ich wollte nicht, dass mich die anderen überholen.“
So motiviert liefen sie dann auch bei der LM U 18, leider wurden wir wegen Überlaufens einer Wechselmarke disqualifiziert, waren aber als dritte Staffel ins Ziel gekommen. Jetzt packte sie der Ehrgeiz, um diesen „Schaden“ wieder gut zu machen und die Zeit nochmal zu verbessern, fuhren wir nach Celle zur LM U 20, wo die Staffel einen hervorragenden 5. Platz belegte. Auch die Zeit wurde verbessert, mit 50,64 Sek. stehen wir in Niedersachsen in U 18 aktuell auf Platz 4. Ach ja, zwischendurch wurden wir auch noch Regionsmeister.
Für Ann-Kathrin Kopf verlief die Saison zunächst nach Plan: gleich im ersten 400m-Rennen schaffte sie erwartungsgemäß die Quali für die Deutsche Jugendmeisterschaft. Zum Training lief sie bei der Werder Gala ein 800m-Rennen, und unterbot ebenfalls die Norm für die DM. In Bremen gewann Ann-Kathrin den Sprintcup und stellte mit 12,22 Sek. eine tolle Bestzeit über 100m auf, reicht auch zur Quali für die DM. Die fehlende Bestzeit über 200m erlief sich Ann-Kathrin bei der Regionsmeisterschaft mit 25,10 Sek, natürlich auch Quali für die „Deutschen“. Es folgten drei Bezirksmeistertitel über 100m, 200m und im Weitsprung (hier fehlt mit 5,74m ein Zentimeter an der Quali) und zwei Landesmeistertitel über 400m und 200m. Dabei lief sie über 400m mit 55,52 Sek. eine Zeit, die schon unter meiner Saisonplanung war. (Auch Trainer können mal irren).
Danach überschlugen sich die Ereignisse: Ann-Kathrin wurde vom DLV eingeladen bei der internationalen Jugendgala in Mannheim zu starten. Gespannt saßen alle Leichtathleten Otterndorfs vor dem PC um im Live-Stream den Lauf zu verfolgen. Wieder steigerte Ann-Kathrin ihre Bestzeit auf 55,18 Sek. Darauf folgte dann die Nominierung für die Jugend Weltmeisterschaft U 20 in Barcelona als Läuferin für die 4 mal 400m Staffel! Wieder saßen alle vor dem Bildschirm und sahen „Ann-Ka“ laufen, diesmal im Nationaldress, live bei Eurosport und dreimal wurde ihr Name und der TSV Otterndorf genannt! Ann-Kathrin lief im Vorlauf ein starkes Rennen und verhalf der Staffel damit zum Einzug ins Finale, bei dem dann eine andere Läuferin an ihrer Stelle lief. Dieser erste Einsatz im Nationaltrikot, gleich bei einer WM, wird mit Sicherheit einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Schaun wir mal, was der eigentlich gedachte Saisonhöhepunkt, die Deutsche Jugendmeisterschaft, nach dem Reisestress noch so bringt! Bei der Jugend DM ist der TSV durch zwei Athleten vertreten, Ann-Kathrin wird 400m und 200m laufen, Sean wird über 1500m an den Start gehen.
Für mich als Trainerin war es schon etwas ganz Besonderes „meine“ Athletin im Nationaldress im Fernsehen bei einer WM laufen zu sehen!
Martina Müller